“Maria, ihm schmeckt’s nicht!” Film nach dem Bestseller von Jan Weiler

17. Juli 2010, 22:58 Uhr | Autor: Claudia Elsner-Overberg

Jan schreibt Sachbücher und hat  den Heiratsantrag seiner italienisch-stämmigen Freundin Sara angenommen: Er glaubt, das gäbe eine kleine,  ruhige,  standesamtliche Hochzeit ohne viel Trara. Doch da hat er die Rechnung ohne seinen zukünftigen Schwiegervater  gemacht. Antonio, ein echter italienischer Papa, besteht darauf, dass seine Tochter im Schoße der Familie im tiefsten Apulien heiratet. Widerwillig machen sich die beiden jungen Leute auf die Reise in ein malerisches Örtchen in Süditalien, wo Jan einen Schock nach dem anderen erlebt. Beispielhaft ist der Strandausflug zu nennen: Was für ein Haufen von Zeug schleppen die da zum Meer! Wie kurz vor einem Umzug stapeln sich die Badeuntensilien (haufenweise Sonnenschutzmittel ohne Lichtschutzfaktor!) im Sand. Zur Hochzeitsfeier ist natürlich die ganze Sippschaft  eingeladen: Alle Temperatmente sind vertreten! Jan fragt sich ernsthaft, ob Sara mit Familie wirklich die Richtigen für ihn sind.  “Maria, ihm schmeckt’s nicht” ist eine gelungene Inszenierung des Erfolgsromans von Jan Weiler, die  kurzweilig und spritzig daher kommt.  Die durchweg unsynchronisierte italienische Verwandtschaft überfordert jede/n auf Anhieb: Man leidet mit dem völlig überforderten Jan auf das Innigste mit.

“Maria, ihm schmeckt’s nicht!” nach dem Roman von Jan Weiler. Regie: Neele Leana Vollmar.  Darsteller: Lino Banfi (Antonio, Saras Vater), Christian Ulmen (Jan), Mina Tander (Sara)… Deutschland, Italien, 2009. Constantin-Film. – ca. 94 Min.  FSK o.A.  Prädikat: wertvoll. Empfohlen ab 12 Jahren.

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Der große Bluff

12. Juni 2010, 08:00 Uhr | Autor: Marius Fränzel

Der amerikanische Flieger, Erfinder, Filmemacher und Milliardär Howard Hughes (1905–1976) war eine der skurrilsten Figuren des 20. Jahrhunderts. Als 20-Jähriger trat er eine Erbschaft von über 500.000 $ an und riskierte dieses Geld, indem er als Produzent und Regisseur in Hollywood mit »Hells’s Angels« (1930) den bis dahin teuersten Film produzierte. Er hatte damit entgegen allen Voraussagen einen riesigen Erfolg. Auch später zeichnete sich Hughes durch eine hohe Risikobereitschaft bei seinen Geschäften aus. Allerdings zeigten sich auch schon früh Symptome einer psychischen Erkrankung, die dazu führte, dass sich Hughes ab dem Ende der 50er Jahre praktisch komplett aus der Öffentlichkeit zurückzog.

Hughes’ Welt- und Menschenscheu versuchte Anfang der 70er Jahre der mäßig erfolgreiche amerikanische Schriftsteller Clifford Irving für sich auszunutzen: Er bot seinem Verlag die exklusive und angeblich autorisierte Autobiographie von Howard Hughes an, die er allerdings zusammen mit seinem Kollegen Richard Suskind aus Archiv-Material zusammengeschrieben hatte. Er kassierte große Vorschüsse und überzeugte den Verlag trotz ausdrücklicher Proteste von Seiten Howard Hughes’ von der Echtheit der Autobiographie. Erst nachdem das Buch bereits gedruckt war, flog der Betrug auf. Irving wurde am Ende zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

Regisseur Lasse Halström (»Gottes Werk & Teufels Beitrag«, »Schiffsmeldungen«) hat aus diesem Stoff mit einer überraschenden Besetzung (Richard Gere und Alfred Molina in den Hauptrollen) eine flotte und witzige Betrugskomödie geschaffen.

»Der große Bluff«. USA, 2006. 1 DVD, Ascot Elite. Sprachen: Deutsch, Englisch. Länge: ca. 116 Minuten. Extras: Interviews, Featurette. FSK: ab 12 Jahren. Preis: ca. € 9,–.

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Manhattan

24. Oktober 2009, 08:00 Uhr | Autor: Marius Fränzel

Vor 30 Jahren kam Woody Allens Film »Manhattan« in die Kinos. Allen, der seit Anfang der 70-er Jahre bis heute praktisch in jedem Jahr einen Film in die Kinos gebracht hat, war als Regisseur von Slapstick-Komödien bekannt geworden, und auch sein erfolgreichster Film, »Der Stadtneurotiker« (1977), der immerhin vier Oscars gewonnen hat, enthielt noch einige Elemente dieser Vorgänger. Allen ließ diesem Erfolg mit »Innenleben« einen ernsthaften Film über drei Schwestern folgen, die sich ihrer dominanten Mutter erwehren müssen.

Mit »Manhattan« fand Allen dann zu einem neuen Gleichgewicht zwischen Humor und Dramatik: Erzählt wird die Geschichte Isaac Davis’ (Woody Allen), eines Autors, der seinen Lebensunterhalt mit Sketchen fürs Fernsehen verdient. Er ist zweimal geschieden und hat gerade eine Beziehung mit der 17-jährigen Tracy (Mariel Hemingway). Da lernt er seines Tages Mary Wilkie (Diane Keaton), die Geliebte seines verheirateten Freundes Yale kennen. Als Yale und Mary sich trennen, verliebt sich Isaac in sie und trennt sich von Tracy, da er in die Beziehung zu ihr nie große Hoffnungen gesetzt hatte. Als sei dies nicht Aufregung genug, muss er sich auch noch mit Ex-Ehefrau Jill (Meryl Streep) auseinandersetzen, die ein Buch über ihre gemeinsame Ehe geschrieben hat, und wirft spontan seinen Job hin, um ein eigenes Buch zu schreiben …

In dieser in Schwarz-Weiß gedrehten Beziehungskomödie ohne Happy End spielen New York und die Musik George Gershwins bedeutende Nebenrollen. Auch nach 30 Jahren hat der Film nichts von seinem Witz und seiner Originalität eingebüßt.

»Manhattan«. USA, 1979. 1 DVD, MGM. Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch. Länge: ca. 96 Minuten. FSK: ab 12 Jahren. Preis: ca. € 10,–.

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Ein verlockendes Spiel

16. Mai 2009, 08:00 Uhr | Autor: Marius Fränzel

In den 20er-Jahren liegt in den USA der Profi-Football danieder: Die Teams spielen auf Viehweiden und haben nur minimale Budgets, die es kaum erlauben, vernünftige Ausrüstung oder die Fahrkarten zu Auswärtsspielen zu kaufen. Außerdem enden regelmäßig Spiele in Schlägereien, was die Sponsoren alles andere als fröhlich stimmt. Im Gegensatz dazu hat der College-Football ein nahezu makelloses Image, stets ausverkaufte Häuser und die wahren Helden des Sports.

Da hat Jimmy Connelly (George Clooney), ein alternder Profi, dessen Team kurz vor dem Konkurs steht, eine brillante Idee: Warum kauft man sich nicht einen der jungen Stars des College-Footballs ein und legt sich damit auch gleich ein neues Image zu und baut so die Profi-Liga wieder auf? Und er hat auch gleich den idealen Kandidaten an der Hand: Carter Rutherford (John Krasinski) ist nicht nur ein Football-Star, er ist auch ein Kriegsheld, da er im Ersten Weltkrieg alleine eine ganzen Trupp deutscher Soldaten gefangen genommen hat.

Doch mit der Wahrheit dieser Geschichte scheint es nicht zum Besten bestellt zu sein. So behauptet es jedenfalls einer von Carters Kriegskameraden, und deshalb setzt eine Chicagoer Zeitung die rasende Reporterin Lexie Littleton (Renée Zellweger) auf ihn an. Natürlich kommt es, wie es kommen muss: Jimmy und Carter verlieben sich in Lexie und geraten darüber aneinander …

George Clooney hat als Darsteller, Regisseur und Produzent eine liebevolle und hervorragend besetzte Screwball-Komödie abgeliefert, die leider bei Kritik und Publikum nicht den Erfolg hatte, den sie eigentlich verdient.

»Ein verlockendes Spiel«. USA, 2008. DVD, Universal. Sprachen: Deutsch, Englisch, Polnisch, Ungarisch. Extras: Deleted Scenes. Länge: ca. 110 Minuten. FSK: ab 6 Jahren. Preis: ca. € 10,-.

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König der Fischer

26. April 2009, 23:24 Uhr | Autor: Claudia Elsner-Overberg

Jack Lucas (gespielt von Jeff Bridges)  ist Radio-Moderator mit Kultcharakter, der mit lockeren Sprüchen die Probleme der Menschen, die nachts in seiner Sendung anrufen, kommentiert und die Zuhörer unterhält. Doch diesmal ist etwas schief gelaufen: Mit zynischen Bemerkungen hat er einen Amoklauf provoziert. Jack verliert seinen Job beim Sender und begegnet ausgerechnet einem der Opfer.

Parry (Robin Williams) ist ein Penner, er verlor bei der Tragödie seine Frau und wurde verrückt.  Doch jetzt sucht er den Heilgen Gral in Manhattan und hat fantastische Erscheinungen, die ihn jedes Mal niederwerfen.

Jack fühlt sich schuldig und verpflichtet, Parry zu helfen. Er taucht ein in dei fantastische Welt von Parry, der eine unscheinbare, junge Frau namens Lydia liebt. Er verfolgt sie täglich, kennt ihre Gewohnheiten, weiß was sie isst und wie sie lebt.  Jack hilft Parry, Lydia kennenzulernen. Es gibt eine grandiose Szene im  Film, die in einer Bahnhofshalle gedreht wurde : Fast unmerklich werden die zu den Zügen hastenden Menschen zu Paaren, die sich im Walzerschritt drehen. Nur Parry und Lydia tanzen nicht. Wie miteinander verbundene Marionetten eilen sie durch die Tanzenden: Lydia vorne und Parry hinterher. Jack hilft Parry, sein traumatisches Erlebnis zu überwinden und sucht, als Parry nach eine Schlägerei im Koma liegt, den Heilgen Gral.

Der Film hat wunderschöne Szenen. Er ist gleichzeitig lustig und ernst, handelt von Freundschaft und Liebe und davon, wie man in dieser Welt stranden und wieder aufstehen kann.

Er ist hervorragend gespielt, ästhetisch sehr reizvoll und in der Auseinandersetzung mit den menschlichen Grundfragen von Schuld, Verantwortung und Erlösung  sehr sehenswert. Der Film ist freigegeben ab 16 Jahren. Die Regie führte Terry Gilliam.

König der Fischer =  THE FISHER KING / Terry Gilliam (Regie) – DVD/Video. – USA, 1991. – 138 Minuten. – FSK: ab 16. – in Farbe – Prädikat: besonders wertvoll

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