Am Ende des Weges

20. August 2011, 08:00 Uhr | Autor: Marius Fränzel

Felix Bush (Robert Duvall) lebt seit 40 Jahren als Einsiedler in den Wäldern Tennessees. Manchmal ärgern ihn die Kinder der nahegelegenen Kleinstadt, aber sonst hat er keinen Kontakt mit seinen Mitmenschen und will auch keinen. Doch als ihn eines Tages der lokale Priester (Gerald McRaney) aufsucht, um ihm mitzuteilen, dass ein alter Bekannter gestorben ist, wird ihm klar, dass auch sein eigener Tod nah bevorsteht.

So macht er sich in die Stadt auf, um sein Begräbnis zu organisieren: Der Pfarrer weist ihn ab, da er nicht gläubig genug sei, doch der örtliche Beerdigungsunternehmer (Bill Murray), der händeringend nach »Kunden« sucht, empfängt ihn mit offenen Armen. So ist der Bestatter auch nur mäßig überrascht, dass Felix Bush seine Begräbnisfeier noch zu seinen Lebzeiten ausrichten lassen will. In der Gegend laufen wilde Gerüchte über Felix Bush um: Der habe mehrere Leute umgebracht, werde von der Polizei gesucht und lebe deswegen als Einsiedler. Aber Bush hat seine eigene Geschichte zu erzählen, und er will sie allen Menschen der Gegend erzählen, bevor er stirbt. Und so werden die Vorbereitungen für die große Begräbnisfeier zugleich eine Reise in seine Vergangenheit.

Regisseur Aaron Schneider, der zuvor schon lange Zeit Erfahrungen als Kameramann gesammelt hatte, drehte seinen ersten Spielfilm nach einem Originaldrehbuch, das eine wahre Geschichte nacherzählt. Mit einem außergewöhnlichen Ensemble erfahrener Schauspieler schafft er ein ungewöhnliches Charakterstück, das ohne jede Effekthascherei auskommt.

»Am Ende des Weges«. USA/D/PL, 2009. 1 DVD, Sony. Sprachen: Deutsch, Englisch. Länge: ca. 99 Minuten. Extras: Audio-Kommentar von Regisseur, Produzent und Darstellern; Interviews mit Regisseur und Darstellern u. a. FSK: ab 6 Jahren. Preis: ca. € 16,–. Dieser Titel kann auch in der Stadtbibliothek Solingen entliehen werden.

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Alle sterben, auch die Löffelstöre

29. Mai 2009, 16:00 Uhr | Autor: Irene Burgdorf

“Liebe Skarlet, das ist ein Brief aus dem Jenseits, aber Du bist eine der ganz wenigen, denen ich zutraue, mit der makraben Situation umzugehen.”

So beginnt der letzte Brief, den Paul an Skarlett schreibt, und damit beginnt auch dieser Roman.

Es ist die Geschichte von Paul und Skarlet, aufgewachsen in der damaligen DDR und beste Freunde seit Kindertagen, aber niemals ein Paar. Gemeinsam überstehen sie die Zeit im Kindergarten bei “Tante Edeltraut”, geben sich gegenseitig Halt in Schule, Ausbildung und Studium und erleben voller Euphorie den Herbst 1989. Obwohl sie völlig unterschiedliche Lebenswege gehen, bleiben sie immer miteinander verbunden.

Und jetzt ist Paul tot. Mit 40 Jahren ist er einen Tag vor Silvester an  Krebs gestorben. Gerade hat er Judith geheiratet und sein Sohn Lukasist erst ein paar Monate alt.

Skarlet soll Pauls Grabrede halten: “…ein bisschen Geschichte erzählen ohne Pathos.”  Zwischen den Beerdigungsvorbereitungen mit Judith ( Sie bemalen Pauls Sarg) blickt Skarlet zurück, erinnert sich an eben diese Geschichten, die sie erzählen soll.

Kathrin Ähnlich (geb. 1957 in Leipzig) hat einen wunderschönen Roman geschrieben, über eine Freundschaft, den Tod, Träume und Geschichte und Geschichten aus der ehemaligen DDR. Es ist ein heiterer und trauriger Roman, manchmal witzig und hintergründig, immer bewegend. Einfach schön!

Übrigens, wer nicht weiß, was Löffelstöre sind, erfährt das in diesem Roman und auch, wie es zu diesem merkwürdigen Titel kam.

Kathrin Aehnlich: Alle sterben, auch die Löffelstöre. – Hamburg (u.a.): Arche-Literatur-Verlag, 2007. – 250 S. ISBN 3716023663,  19,00€

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Into the Wild

21. Februar 2009, 08:00 Uhr | Autor: Marius Fränzel

Im September 1992 fanden einige Elch-Jäger in Alaska die Leiche eines jungen Mannes, der offensichtlich in der Wildnis verhungert war. Er war im April desselben Jahres in die Wildnis aufgebrochen, um sich seinen Traum vom freien Leben zu erfüllen. Er lebte im Wrack eines alten Busses, ernährte sich in der ersten Zeit von mitgebrachtem Reis, später dann von den Tieren und Pflanzen der Gegend. Es könnte sein, dass er sich dabei unabsichtlich vergiftet hat. Als er starb, war er nur 24 Jahre alt.

Als dem Schriftsteller und Bergsteiger Jon Krakauer diese Geschichte zu Ohren kam, beschloss er, ihr nachzugehen. Er fand heraus, dass der Tote, Christopher McCandless, aus Virginia stammte. Er hatte mit großem Erfolg sein Studium beendet, als er kurz nach der Abschlussfeier ohne irgendeine Nachricht an seine Familie verschwand. Christopher brach zu einer Reise ins Ungewisse auf. Oft hatte er nur wenig oder gar kein Geld, dann und wann nahm er eine Arbeit an; so war er etwa eine Zeit lang Erntehelfer in South Dakota. Er fuhr in einem Kanu den Colorado hinunter bis zum Golf von Mexiko, aber all das war für ihn immer nur eine Vorbereitung für sein eigentliches großes Abenteuer: Das Leben in Alaska, ganz auf sich selbst gestellt.

Jon Krakauer schrieb schließlich ein Buch über die Reise Christopher McCandless’, das dem Schauspieler und Regisseur Sean Penn als Grundlage für einen beeindruckenden Spielfilm gedient hat. Mit dem jungen Schauspieler Emile Hirsch in der Hauptrolle entstand aus dieser wahren Begebenheit ein beeindruckendes und bewegendes Roadmovie.

»Into the Wild«. USA, 2007. DVD, Tobis. Sprachen: Deutsch, Englisch. Extras: Making-of; Interviews; Trailer. Länge: ca. 142 Minuten. FSK: ab 12 Jahren.

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